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Team OfenPizza

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Projekt Pizza-Ofen

Ein gemeinsames Projekt der 1BFBZ und der B1BZ Im September 2013 beschloss die damalige 1BFBZ gemeinsam mit der BFBZ unter Leitung von Herrn Groh, ein ganz besonderes Projekt zu entwickeln, das sie fächerübergreifend bearbeiten wollten.
Im Fach LBP werden die verschiedenen Vorgänge und Arbeitsschritte für die Errichtung eines Gebäudes besprochen und praktisch umgesetzt. Die Schüler sollen durch selbstständiges Arbeiten Einblicke in diverse handwerkliche Arbeitsabläufe des Bauwesens erhalten und im Laufe des ersten Lehrjahres ein Bauprojekt gemeinsam planen und verwirklichen. Die 1BFBZ der Johannes-Gutenberg-Schule in Heidelberg entschied sich beinahe einstimmig für den Bau eines traditionellen Pizzaofens, nicht zuletzt in der Hoffnung, diesen in Zukunft auch nutzen zu können.

Die Lehrerinnen und Lehrer nutzten ihre Unterrichtsstunden zur Entwurfsplanung. Lernerfahrungen aus dem theoretischen LBT-Unterricht konnten dabei mit praktischen Ausführungen im LBP-Unterricht verknüpft werden und diese sinnhafte Kopplung der Lehrinhalte motivierte Lehrer wie Schüler.
Beflügelt von dieser Euphorie, konnten nun auch die Berufsschüler Eifer und Begeisterung nur noch schwerlich verbergen - ein Hauch von Pizza lag schon in der Luft. Zuerst fertigten und designten die Schülerinnen und Schüler beim Modellbau mit Porenbeton, Holz und Heißkleber ihren eigenen Pizzaofen im Maßstab 1:10.

Nachdem die Genehmigung der Stadt Heidelberg für die Errichtung im Bauhof der JGS eingegangen war, konnte mit den tatsächlichen Arbeiten begonnen werden.
Mit Hilfe von Bauwinkel, Wasserwaage und Schnurschlag wurde der Standort eingemessen und anschließend die Tragfähigkeit der Mauerwerks- und Betonbauteile berechnet. In perfekter Symbiose ergänzten sich neu erschlossene Fertigkeiten wie Vermessen, Mauern und Betonieren mit ausgefeilten Kompetenzen der Mathematik, Physik und Chemie. Dank perfekten Timings der „Groh`schen“ Bauleitung konnten die Fundamentlöcher noch vor dem ersten Frost ausgegraben und vier selbst gemauerte Stützen aus Klinkermauerziegel einbetoniert werden.

Nach der witterungsbedingten Winterpause brachten die Schülerinnen und Schüler eine Holzschalung an, stellten die nötige Bewehrung her und gossen die Stahlbetonplatte mit den Maßen 2 auf 2 Meter aus Frischbeton. Anschließend brachten sie noch feuerfeste Schamottsteine im Bereich des zukünftigen Brandherds ein und fertigten die Bewehrung der Kuppel aus gebogenen Stählen, in welche sie dann ein Drahtgeflecht einwoben.
In den Folgemonaten wurde aus Lehm, Wasser, Sand und Stroh eine hitzebeständige Substanz hergestellt, um die Kuppelbewehrung zu verkleiden. Diese uralte Technik des Ofenbaus erforderte Ausdauer und Präzision, denn immer wieder wurden neue Schichten aufgetragen, um die Hitzespeicherung im Ofeninneren gewährleisten zu können. Darüber hinaus musste der Ofen durch Befeuchtung und Sonnenschutzsysteme vor dem Austrocknen und Aufbrechen in den Sommermonaten geschützt werden. Zuletzt wurden noch eine gusseiserne Ofentüre und ein Abzugskamin luftdicht in die Konstruktion eingefasst.

Im Laufe des Schuljahres 2013/14 schafften es die Schülerinnen und Schüler, verschiedene bautechnologische und architektonische Fertigkeiten zu erlernen und anzuwenden, aber vor allem ein gemeinsames Ziel zu vereinbaren und zu verwirklichen, wodurch sich das äußerst komplexe Vorhaben „Pizzaofen“ schließlich realisieren ließ.

Nach den Sommerferien wurde der Pizzaofen dann feierlich und voller Stolz eingeweiht. Er wird den Angehörigen der JGS hoffentlich noch viele exzellente Pizzen bereiten.