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Johannes-Gutenberg-Schule Heidelberg
Abschlussfeier der Meisterschüler SHK
Januar 2017

Das Wort Pfannkuchen,  der schwarze Gürtel und die göttliche Macht über die Brunnen Heidelbergs – Abschlussfeier der Meisterklasse für Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik

Am 26. Januar 2017 durfte der Chef-Coach  unserer Meisterklasse FMI (und zugleich auch gestandener Chef-Koch im heimischen Reich) Marc Majlath im Rahmen unserer alljährlichen Abschlussfeier den Absolventen zu einem erfolgreichen Schulabschluss gratulieren und ihnen die Zeugnisse aushändigen.

„Obwohl der Mensch über kein eigenes Sinnesorgan zur Messung der physikalischen Zeit verfügt, kann er die Dauer von Ereignissen, deren zeitlichen Abstand und ihre Abfolge wahrnehmen und in Erinnerung behalten“, schreibt  Herr Nidal Toman von der Berliner Charité in seiner Doktorarbeit.  Diese Erinnerung sei subjektiv und erfolge mit einem Zeitempfinden, das mit dem gleichmäßigen Ticken einer Wanduhr nichts zu tun habe.

„Noch bevor ihr „Pfannkuchen“ sagen könnt, werdet ihr wieder hier stehen“. Mit diesen Worten hatte der Klassenlehrer vor genau einem Jahr in seiner sympathisch-nonchalanten Art schon bei der Begrüßung das Wort Pfannkuchen zweckentfremdet – er hätte genauso gut auch Markklößchensuppe wählen können –, um damit die Wahrnehmung des bevorstehenden Jahres im Rückblick der Neulinge zu antizipieren. 

Tatsächlich wird bei der traditionellen Verabschiedungsfeier von den Absolventen immer wieder bestätigt, dass die empfundene Dauer des bewältigten Schuljahres mit all seinen Anstrengungen nicht mehr als einem Augenzwinkern entspricht. Dagegen schneidet der Uhrenzeiger während der Prüfungsvorbereitungszeit die ständig kostbarer werdende Zeit der tapferen Meisterschüler mit jeder Umdrehung gleichsam wie das Hobelmesser der Girolle den Tête de Moine (Essen ist wichtig!) in umso dünnere Scheiben, je weniger Zeit bis zur gefürchteten und doch herbeigesehnten Meisterprüfung verbleibt. Jeder Schultag wird zum Sysiphos-Erlebnis, weil sich die bis zum erlösenden Finale unaufhörlich anwachsenden Anforderungen  unter der schwindenden Zeit zu gewaltigen Bergen aufbäumen, die es trotzdem – wie von Nietzsches Wanderer Zarathustra in einem ständigen Erkenntnisprozess, der durch leidvolle Anstrengungen erkämpft werden muss – zu überwinden gilt.

Die künftigen Meister im Bereich Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik fanden an diesem Donnerstagnachmittag Gelegenheit, zwischen den beiden anstrengendsten Prüfungsteilen einmal durchzuatmen. Bei gemütlichem Beisammensein und in anregenden Gesprächen blickten die Teilnehmer teils lachenden, teils weinenden Auges auf ein sehr anstrengendes, aber auch schönes und vor allem auf ein unvergessliches Jahr zurück, das einen festen Ankerplatz in den Reminiszenzen der späteren Meister beanspruchen wird.

In seiner Begrüßungsansprache bezeichnete Herr Ralph Fritz, Leiter der Metallabteilung, den Meisterbrief als „schwarzen Gürtel des Handwerks“. Ein Lehrer der asiatischen Kampfkunst überreiche seinen Meistern den schwarzen Gürtel mit dem Hinweis, dass der Lernprozess damit nicht abgeschlossen sei, sondern erst beginne. Dasselbe gelte für den Erwerb des Meisterbriefes. 

Anschließend trat wie gewohnt Ehrenobermeister Udo Proske an das Rednerpult, um den Absolventen hilfreiche Informationen und Ratschläge für die bevorstehende Praxis mit auf den Weg zu geben.

Zu den Highlights der diesjährigen Verabschiedungsfeier gehörte der Beitrag des Altmeisters Fritz Hartmann: Der „Wassergott von Heidelberg“, wie er respektvoll genannt wird, brachte die Anwesenden mit einem Schlüsselbund von imposantem Format zum Staunen und demonstrierte damit zugleich seine Zuständigkeit für die mehr als achtzig Brunnen der Stadt Heidelberg. Natürlich musste sich der unterhaltsame Erzähler bei seinen spannenden Ausführungen auf wenige Beispiele beschränken.

Das Schlusswort übernahm der Klassensprecher Kai Höning, der mit bemerkenswerter  Redegewandtheit des Jahres gedachte und sich im Namen der Klasse für die gute Prüfungsvorbereitung bedankte. Die Herzlichkeit und Verbundenheit der Absolventen mit unserer Schule, die auch beim gemütlichen Teil der Veranstaltung  zum Ausdruck kam, ließ ein Gefühl von Wehmut mitschwingen – so soll es ja auch sein.

Marc Majlath stellte abschließend fest, dass seit der Begrüßungsveranstaltung vor einem Jahr tatsächlich keiner der Teilnehmer das Wort Pfannkuchen ausgesprochen habe, und unterstrich damit noch einmal die Richtigkeit seiner Prophezeiung – beim nächsten Kurs wird es der Abwechslung wegen vielleicht das Wort Markklößchensuppe sein!